Mit Bouneschlupp das Klima retten? – Wieviel Fläche verbraucht mein Essen?

Abbildung 1 Wieviel Fläche landet auf unseren Tellern?

Eine interessante Frage und gar nicht so leicht zu beantworten. Rein rechnerisch stehen jedem Menschen auf der Welt im Durschnitt 2000m2 Ackerfläche zu Verfügung. Das macht 5,5 m2 Acker pro Tag. Hinzukommen Weide und Grünland. Zieht man Land das für die Energie Gewinnung (z.B. Biogas) genutzt wird, sowie Land, das verbraucht wird, um verschwendetes Essen anzubauen bleiben 4,3 m2 für Bekleidung und Ernährung pro Person. Menschen in Europe verbrauchen zusätzlich ein äquivalent von 700m2 pro Einwohner an Flächen, die außerhalb von Europa genutzt werden. Die zum größten Teil, um eiweißhaltige Futtermittel zu produzieren.

Die „konsumierte“ Fläche pro Person ist tatsächlich sehr individuell. Denn es hängt stark davon ab zu welchen Lebensmitteln wir greifen. Wo wurden sie produziert? Wie viele Herstellungsschritte sind notwendig?

Vergleicht man z.B. Currywurst mit Pommes (2,08 m2 pro Person). oder Spagetti mit einer klassischen Bolognese-Sauce mit einem mediterranen Nudelsalat (mit getrockneten Tomaten und Oliven) so kommt der mit pflanzlichen Zutaten zubereitete Nudelsalat (1,3 m2 pro Person) deutlich besser weg als die Spagetti-Bolognese (1,9 m2 pro Person).

Abbildung 2 Lecker und gut fürs Klima – Nudelsalat mediterran

Ihr habt Lieblingsgerichte und wollt selbst mal ausprobieren wieviel Flächen-bedarf die Rezepte haben?

Die KollegInnen der Zukunftsstiftung Landwirtschaft haben sich die Arbeit gemacht und einen Flächen-Rechner kreiert, den ihr Online nutzen könnt. Hier findet ihr vorkalkulierte Standartgerichte (inkl. Döner-Kebab und Eierkuchen mit Apfelmuss) und habt die Option selbst ein Rezept einzugeben.

Vergleicht man Luxemburger Spezialitäten wie Bouneschlupp oder Kniddelen (1,5m2) oder kommt die Bouneschlupp mit nur 0,86m2 richtig gut weg. Fazit: es muss nicht immer vegetarisch sein! Mit hohem Gemüseanteil sind auch fleischhaltige Rezepte klimafreundlich. Hier lohnt es sich genau hinzuschauen!

Auf der Seite findet man wertvolle Hintergrundinformationen zu den Zutaten die weit über den Flächenbedarf hinausgehen. Haltungsfragen in der Tierhaltung werden genauso behandelt wie Nährwerte und Herkünfte der Lebensmittel.

Wer es ganz genau wissen will: Die Berechnungen für den Ackerflächenbedarf der pflanzlichen Agrarrohstoffe basieren auf durchschnittlichen Hektarerträgen in Deutschland, errechnet aus den Erntedaten des Statistischen Bundesamts. Datengrundlage für die Werte der tierischen Produkte ist die Studie „Environmental impacts of dietary recommendations and dietary styles –Germany as an example“ von Toni Meier und Olaf Christen (Environmental Science and Technology 47, 2013).